Zeit verstreicht
Zeit verstreicht und um so weniger geschieht um so seltener muss sie halt machen, rauscht immer schneller, ich hinke hinterher, überfordert von dummen zeitlosen dingen denen die zeit nichts anhaben kann und andersherum ebenso, an was soll ich die zeit noch messen wenn sich nichts mehr verändert, was bleibt ist das ungewissen Gefühl das zeit früher mal was anderes war.
Zeit verstreicht für manche mehr für manche weniger, es ist auch sehr vom Wochentag abhängig und sowieso war niemals etwas relativer als die Zeit. Konzentrations- und Aufmerksamkeitsabhängig reguliert sie die Fallgeschwindigkeit eines Wassertropfens je nach Beachtung die ihm geschenkt wird. Wassertropfen, Bäume, Menschen, manche Dinge sind dazu bestimmt an uns vorbei zu prasseln, manche hätten vielleicht mehr verdient. Es sind zu viele Dinge auf die ich mich konzentrieren sollte, wie in einem Computerspiel weiche ich ihnen monoton aus, um was es sich handelt beachte ich kaum mehr.
Zeit verstreicht und graue Männer verrauchen unsere Stundenblumen, wie könnte ich das jemals besser formulieren?




 
Respekt

Manche Menschen sprechen von `Respekt´ und ich sehe es als eine Flüssigkeit die zwischen allen Menschen in bestimmter Menge und Festigkeit besteht um das aneinanderprallen zu verhindern, Freiraum zu gewährleisten oder andersherum eine Art Verbindung herzustellen und so gefällt mir das Wort und ich `respektiere´ es. Und dann gibt es Menschen die sprechen von Respekt und ich habe kein Bild davon wie Respekt aussieht sondern eines davon wie diese Menschen aussehen und es wird mir unmöglich gerade diesen, die meist besonders nach `Respekt´ schreien solchen entgegenzubringen.

Aber andererseits weiß ich nicht wonach mein inneres Auge sich richtet wenn es einmal dies und einmal das sieht und ob es an der Betonung des Wortes liegt, an der Nasenlänge oder einer vorher bestehenden Einteilung.




 
Zukunft nah und fern

"Die Welt geht unter", sage ich leise aber klar, "Lang kann es nicht mehr dauern.", sage ich lauter und äußerst zuversichtlich.
"Du hast Angst vor mir!"
"Oh nein, und wenn, ich sage nur die Wahrheit, unsere Tage sind gezählt, der Countdown läuft, es gibt keine Entscheidungen mehr zu machen."
"Die gab es schon immer und so bleibt es auch."
"Und jedes dritte mal gilt es bei der sogenannten Wahl eine Karte aus hundert gleichen zu ziehen! Alles nur Publicity, Angstmache, ich weiß bescheid!"
"Aber es wirkt, hm?"
"Nun hast du dich verraten und drauf reingefallen bin ich nie."
"Und gerade eben bist du in die Falle getappt irgendetwas könnte irgendwann, irgenwie enden."
"Muss es doch! Alles hat ein Ende nur die..."
"Ha, ha. Weltuntergang, dass ich nicht lache!"
"Lang kann es nicht mehr dauern!"
"Sehr wahr, es ist keinen Schritt weiter entfernt von dir als ich gerade eben, aber mal ehrlich, du weißt wo du stehst? ----pause---- 'Lang kann es nicht mehr dauern' sagst du wenn du dich freust und 'Ich kann nicht mal im entferntesten deine Umrisse erahnen' wenn du Angst bekommst!", murmelte die Zukunft verächtlich.




 
Einsamer Kampf
Ich führe einen einsamen Kampf
So einsam dass nicht mal ich selbst hinter der Sache stehe
Er musste sein, der Kampf
Mir fehlte er in dieser Stille
Etwas stimmte nicht, das fühlte ich
Ein Streit ist ein offenes Gespräch
Mir wurde es verweigert
Ich schlucke will das Feld verlassen
Stolz ist eine seltsame Sache
Lässt mich auf und abspringen wie ein kleines Kind
Trotzig trampeln, vor lauter Missverständnissen weinen
Bloß nicht nachgeben
Meine auferlegten Prinzipien führen langsam zum erwünschten
Ein Streit, doch nur mit mir, noch immer bist du eine Mauer
Setzt dich und deine friedliche Art durch, lässt mich als dumme Streithenne stehen
Und doch es stimmt etwas nicht
Und dass kann nicht nur ich sein
Zu einem Streit gehören zwei
Du lässt mich damit allein
Siegbringende Taktik, ich räume das Feld
Es geht aus wie es ausgehen musste
Dein Sieg besteht nur darin dass ich mich schuldig fühlen darf
Du hast dich nicht provozieren lassen
Du warst immer nett zu mir
Ich darf mich ewig fragen
Wie intolerant ich war
Wie streitsüchtig
Wie gemein
Wie trotzig stolz in meinem Rückzug
Und ob das Gefühl nur meines war und immer alles stimmte zwischen uns
Zu einem Streit gehören zwei
Ich führte ihn alleine
Hast du trotzdem dazugehört?




 
Sie focht 50 Prozent der Gespräche die sie führte nur in ihrem Kopf aus, weil es ihr erst zu mühsam war sie in die Realität umzusetzen und sie sich später immer unsicherer wurde was sie schon gesagt und was sie nur gedacht hatte.

(Eigentlich gehörts in ich-form umgeschrieben und in mein tagebuch gepappt, aber es klingt nicht schlecht und ich wollt mal fragen: kennt das wer?)




 
Gegen eine Wand

Aurora Müller rannte gegen eine Wand.
An einem sonnigen Tag, in einem friedlichen Land.
Und ohne dass sie gestoßen worden wäre.
Um sie herum war nichts als Leere.
Nichteinmal die Wand war zu sehen.
Als könnte Aurora durch sie gehen.

Aurora Müller rannte gegen eine Wand.
Ein zweites Mal die Grenze verkannt.
Gezwungen von sich selbst alleine.
Zeitgleich hinaus und zurück an die Leine.
Sie besah sich selbst und die Wand alsdann.
Nicht festzustellen wer dieses Rennen gewann.

Aurora Müller rannte gegen eine Wand.
Die trockene Wand zerfiel zu Sand.




 
ich könnte mit dir streiten

zu einem Streit gehören immer zwei
und immer haben beide Recht
und in neunzig Prozent der Fälle einer mehr
und in neunundneunzig Prozent der Fälle
denken beide Parteien zu den neunzig Prozent dazuzugehören
und trotzdem

ich könnte mit dir streiten




 
wertleer
leere hindert mich wertvolles zu tun
lässt mich mit leeren Augen leeres tun
lose hänge ich die Frage an die Wäscheleine
ob sinnvolles gleich wertvoll oder andersrum ist
es lässt mich niemehr los
was hier als Gegenteil der Völligkeit genannt
so Sinn- und Wertleer, fast schon Haltleer
wenn es nicht haltbar anstatt haltvoll hieße
in barstem Verständnis windet sich mein Rechtschreibprogramm
um Wortkreationen ohne rote Spuren zu hinterlassen
sie scheinen anwendvoll und doch so losüblich zu sein
los jeder Sinnbarkeit doch so geschmackbar losalt
das ich mit meinen Transplantationen immer unterflächlicher tauche




 
Ein Esel ohne Schuhe – Binloses Gedicht...

Es geht im Kreis auf Wendeltreppen
Ein Esel ohne Schuhe
Ich möchte mich zu ihm gesellen
Doch er will seine Ruhe

Mein barfüßiges Eselswesen
Was will ich mit dir sagen
Metapher bist es du gewesen
Ich muss mich ehrlich fragen

Sein Aktenkoffer lastet schwer
Und Stuf um Stufe wird getreten
Sein Anzug schreit `ich bin wer´
Sein Fell quillt zwischen Nähten

Mein barfüßiges Eselswesen
Was will ich mit dir sagen
Metapher bist es du gewesen
Ich muss mich ehrlich fragen

Nicht enden woll’nde Treppen
Enden an einer Pforte
Hier darf mensch nicht erschrecken
Und wenn dann ohne Worte

Mein barfüßiges Eselswesen
Was will ich mit dir sagen
Metapher bist es du gewesen
Ich muss mich ehrlich fragen

Die Pforte führt ins Paradies
Dem Esel steht sie offen
Und Schuhe kriegt er überdies
Auf besseres lässt sich hoffen




 
Ich bin wieder auf Tauchstation, unter Wasser ist alles gedämpft, Geräusche sind leiser, Bewegungen langsamer, nachts glitzern keine Tränen mehr.
Gefühle kommen aus einer auf den Rücken geschnallten Flasche, ich atme sie langsam und gleichmäßig ein und aus, sie schlagen mir nicht wie ein Windstoss entgegen.
Ich weiche manchen Tagen aus als wären sie Bote an der Wasseroberfläche, ich tauche ein Stück tiefer und erst hinter ihnen wieder auf.
Ich kann mir nicht helfen, hier unten schließen sich die Augen wie von selbst, ich kann den Kopf morgens nicht in kaltes Wasser tauchen um aufzuwachen, ich bin doch schon davon umgeben.
Es geht hier nicht um das mit oder gegen den Strom schwimmen, ich treibe, weiche aus, lasse meine Füße machen, das ist nicht so wichtig.
Ich versuche wahrzunehmen, mich auf einzelne Wassertropfen zu konzentrieren, aber sie sind verschmolzen, ich versuche Spuren zu hinterlassen, Spuren zu finden, aber die gibt es im Wasser doch nicht, wenn da nun Boden wäre, aber das wäre noch tiefer.
Eigentlich fliege ich, aus der Luft abgetaucht, aber vom Boden abgehoben, hin und hergerissen zwischen nicht wählen können, träume ich im toten Meer von Haien.




 
Ich drifte ab, was auch immer ich einst sagen wollte, es rinnt wie Sand durch meine Hände und wird euch leider nie erreichen, da ist soviel in meinem Kopf das es schon wieder Leere gleicht, weil wo viel Sand ist nur mehr Wüste herrscht, kein Strand.
Ich sprach von meiner Überzeugung, die Wänden zwar geschickt auswich auch bei höchster Geschwindigkeit, sich nach einer Viertelstunde aber in den Schwanz biss und selbst zerstörte, der Mechanismus tritt unweigerlich ein wenn ich zulange rede, weil ich ja allen rechtgebe, nur weil sie Recht haben und weil sich das in all seiner Wahrheit widerspricht. Werft mir nur vor ich würde ein Kind in der Mitte durchschneiden wenn ihr euch darum streiten würdet, der Streit wäre eurer und meine Unentschiedenheit die gehört bei aller Meinungslosigkeit nur mir. Ich bemühe mich die einzelnen Buchstaben auf einem roten Faden aufzufädeln, doch manche halten nicht daran und dann bräuchte ich ein rotes Netz mit dem ich alles beieinander halten könnte, ihr habt es gern wenn ich euch sage was ich weiß und wenn ich etwas nicht weiß und das als mein Wissen ausgeben möchte, dann sagt ihr ich sollte es lernen, dabei hatte ich doch schon gelernt, aber etwas nicht wissen bedeutet nicht ausgelernt zu haben, das wusste ich nicht. Und wenn ich sage „seht ein Schmetterling“, dann darf ich zweifeln ob ihr dasselbe seht wie ich, weil ich so vieles anders wahrzunehmen scheine und wenn ich sage was ich denke dann ist es wie stille Post und was ich aus Gedanken in Worte umgebastelt habe ist wenn es in eurem Kopf als Gedanke ankommt etwas anderes und dann meint ihr mich zu kennen und haltet in Wirklichkeit nur dasselbe von mir wie ich selbst, obwohl es doch gar nicht stimmt und ich ganz anders bin.
Die Angst dümmer dazustehen als ich es bin, ist etwa so groß wie die klüger dazustehen, sie reichen sich die Hände und bilden gemeinsam die Angst vorm dastehen im Allgemeinen, vom dastehen an Klippen, vom dastehen am Straßenrand, da bleib ich doch lieber sitzen, nur bildet euch keine Meinung von mir bevor ich den Prozess selbst nicht abgeschlossen habe, ich signalisiere es dann indem ich aufstehe, frei von Angst und selbstverliebt vor lauter Schlauheit gegen einen Spiegel laufe.
Ich finde mein Unwissen steht mir, ich beanspruche ja auch nicht mehr als mein Fragezeichen über meinem Kopf, ich will nicht als dumm, mehr als verwirrt und am aller liebsten nur mit einer Augenklappe angesehen werden, aber das sagte ich schon auf die eine oder andere Weise, wenn ich mir nicht widerspreche dann wiederhole ich mich meistens, etwas neues kommt nicht mehr wenn ein Mensch erst mal sein Gedicht fertig aufgesagt hat, dann ist es jedes Weihnachten dasselbe und zu Ostern und an stinknormalen Wochen-, Sonn- und Regentagen, ich bleibe ich auch wenn ich andere Schuhe anziehe und mein Gedicht gehört zu denen die nicht ausdrucksstark und auch nicht logisch sind, als ich es auswendig lernte verstand ich es nicht und wenn ich es euch jetzt aufsagen will verheddert sich schon wieder alles und ich wiederhole mich und wiederhole mich, aber es ist kein Sprung in der Matrix, das bin nur ich.
Ich drifte ab, was auch immer ich einst sagen wollte, es rinnt wie Wasser durch meine Hände und wird euch leider nie erreichen, da ist soviel in meinem Kopf das es schon wieder Leere gleicht, weil wo sich viele Tropfen sammeln nur mehr Meer herrscht, das bedeutet nicht gleich den Sonnenuntergang, also schickt keinen Rettungsschwimmer, ich gehe nicht unter, ich bin nur noch nicht aufgetaucht…




 
Und keiner versteht es noch nicht einmal ich...

Probleme hab ich wohl genug
und such sie trotzdem unentwegt
es geht hierbei um Selbstbetrug
und dass mich ja kein Glück erlegt

Ich laufe seit Menschengedenken im Kreis
auch wenn ich dass schon lange weiß
Der Unendlichkeit wegen muss es sein
hier passt kein Anhalten hinein

und keiner versteht es noch nicht einmal ich!

Was Sinn macht lebt allein hier drin
und Logik geht sehr schnell verloren
dort draußen ist der Sinn dahin
und ich zur Irren auserkoren

und keiner versteht es noch nicht einmal ich!




 
dunkle Gestalten
gleichzusetzen mit Naturgewalten
versuchen mich zu lehren
was sie in dieser Leere ehren

sie dürfen mich verwalten
geachtet wird nur auf mein Verhalten
wer will sich da wehren
es wird sich schon klären

ich werde nicht erkalten
bleibe was sie sich krallten
doch ich werde andere bekehren
um meine Ansichten zu mehren

das Prinzip gehört zu den Alten
ewig am leben gehalten
es kann uns ernähren
und wird niemals gären.




 
Ich hoffe nur...

ich hoffe nur,
die Welt geht unter.
ich hoffen nur!
Noch ist sie munter,
noch läuft sie
wie gewohnt im kreis,
ich hoffe nur
und niemand weiß.




 
Ich selbst zu sein bedeutet mir zu widersprechen
die Schranken meiner selbst zu brechen
Ich bin noch ich auch wenn ich anders fungierte
als ein anderer es vorher ausdividierte
Als Individuum gespaltener Sorte
verbinde ich zwei ferne Orte
Ich bin wofür ich gehalten werde
und komme trotzdem von dieser Erde
Bin sogar wofür Ich mich halte
immer neu, bloß nie die alte
Hinterlasse eine Spur von dem was ich zu geben habe
auch was ich mitnehme hinterlässt eine Narbe
Bin hier auch wenn ich längst fort
verbinde meinen und unseren Ort
Habe mich für diese Welt überwunden
und meine Wolke hier festgebunden




 
Aurora Müller

Aurora Müller fragte sich,
mehr als sie fragte jemals dich,
wer sie wohl war,
wenn nicht gerade unscheinbar.

Sie schlug das Telefonbuch auf,
schon nahm die Suche ihren Lauf
und hinter zwei Aurelias,
da kamen dann fünf Barbaras.

Sie lachte auf und fand es delikat.
Denn hätte sie ein Telefon, sie wär’ ein Unikat!

Und wenn mit selbem Nachnamen
Auch viele Menschen vor ihr kamen,
so hatte sie doch metaphorisch umsetzbar,
den Mensch erkannt nun ganz und gar.

Denn hinter Hüllen die sehr viele tragen,
kann jeder -einzigartig- zu sich sagen.

04.01.2003 – Samstagnacht ;-)





 
Nach gar nichts streben
und ihm doch Namen geben

Ziel ist der Weg
Ein nie endender Steg.

Eine unendliche Ebene




 
du hast dich verändert
aha
und dein leben auch?

Du bist also erwachsener
Verstehe
Hast gelernt zu verdrängen?

Oder damit „umzugehen“?
Ist das neu?
Eine verbesserte Methode?

Wenn es dir besser geht
gut
wenn nicht

dann sag es eben.




 
Erinnerungen ziehen vorbei
Bilder in Fetzen
von früheren Leben/ Zeiten
schon Tage her
fast eine Ewigkeit
habe mich verändert
höre nicht auf damit
die Mutation läuft
lässt sich nicht bremsen
die Bilder laufen auch
in die andere Richtung
schwinden für immer
machen anderen Platz

macht nichts
gefielen mir eh nicht




 
Das bin wohl ich
tu dies und tu das,
gar nichts eigentlich
und doch so beschäftigt

seh auf die uhr,
was ich eigentlich tun müsste
läuft nicht davon,
mehr hinterher

überlege herum
an einer kündigung
das leben nicht ausgesucht
doch nach seinem stundenplan

alles fantastisch
nur leider nicht hier
etwas verwirrend,
doch liegt das an mir




 
Weil es so läuft

geht alles weiter
auch wenn es sich häuft
mehr, nie zuviel
weil alles so läuft

geht alles weiter
und bleibt es auch stehen
mehr, nie zuviel
sollte schon gehen

geht alles weiter
kennt wohl kein ende
mehr, nie zuviel
wart auf die wende





Zwanghaftes schreiben, einschlagen auf ein Ventil das sein Rücktrittsgesuch längst eingereicht hat.
Starren auf ein leeres Blatt mit bösem Blick, zerbrechen des Bleistiftes der eben noch höhnisch lachte und den Dienst verweigerte

Lust gegen Wände zu treten?
Ja und wie!

Verlust des Koordinationsvermögens, Orientierungslosigkeit, Unfähigkeit die Tür zu finden, den Griff zu treffen, die Tür zu öffnen.
Hohe Selbstverletzungsgefahr, hirnloses zerschlagen von Fensterscheiben und dickköpfiges gegen Wände treten.

Lust zu schreien?
Das oder lautes Schluchzen bitte!


Mitteilungsbedürftigkeit in tödlicher Kombination mit Kommunikationsunfähigkeit, Begleiterscheinungen: Wut, Trauer; kurz: schlechte Laune

Und nun?
Kopf gegen die Wand und schreien!


Keine Lösungsvorschläge. Kaum Aussicht auf Selbstheilung, angebrachte Hoffnungslosigkeit.

Das war’s. Ende der Sitzung. Diagnose liegt vor, Rechnung daneben. Auf Wiedersehen und benützen sie die Tür beim rausgehen. Dankeschön.




In meinem kopf...

In meinem kopf ballt sich alles zusammen, aber es lässt sich nicht einfangen, nicht zu papier bringen... will keine worte formen, noch nicht einmal buchstaben, nie wieder sätze... mein kopf wird explodieren, vielleicht nicht heute, vielleicht nicht morgen, und übermorgen wahrscheinlich auch nicht aber irgendwann... das predige ich ja ständig... es nimmt mich schon keiner mehr ernst... wahrscheinlich weil sich im letzten moment das Knäul entscheidet seinen agregatzustand zu ändern... dann bildet es wörter, manchmal sogar sätze, keine sehr schönen, aber immerhin... dann leert sich mein kopf wieder etwas... nicht viel... nur um den normalzustand wieder herzustellen und dann geht es munter weiter auf meiner überfüllten datenbank die einst als kopf geplant war... ich hoffe ja immer noch das irgendwann das CD-ROM Laufwerk für den Kopf erfunden wird... um ordnung zu schaffen... den kopf zu entlasten und von da an herauszusuchen welcher schrott einem durch die birne rast, nie zuviel auf einmal... geisterfahrer haben bei mir längst die überhand gewonnen und wer hat schon die kontrolle darüber in welche richtung die gedanken wandern... sie wandern und wandern und manchmal sind wüsten etwas erholsames, wenn die hälfte der gedanken krepiert und man fortan nur mehr halb soviele sorgen hat... gedanken sind ja auch nur sorgen, und alle gedanken sind sorgen auch wenn längst nicht alle sorgen gedanken sind... und auf den irrwegen meines gehirns wird nicht nur das was in meinem kopf entsteht nicht umgewandelt in kompatiblere form sondern das was zum einem ohr als fest hineingeht kommt zum anderen als dampf heraus... an guten tagen... an schlechten bleibt es drin in meinem kopf nistet sich ein und breitet sich aus dabei war ja schon vorher kein platz mehr da aber das ist eine andere ebene als die von der wir uns noch vorlügen können sie ließe sich in worte fassen, diese ebene verstehen wir nicht, sie weitet sich aus ohne platz zu schaffen, sie fügt leid zu ohne der dazupassenden menge fassungsvermögen und doch kommt das leid an, alles überfüllt hier drin, doch sag mir ja keiner ich solle entrümpeln, je mehr ich über ein besseres ordnungssystem und recycling nachdenke umsomehr gedankenmüll frisst sich weiter in mein hirn... das faszinierendste ist und ob es positiv oder negativ ist weiß ich noch nicht genau, das faszinierendste dabei ist das es immer weiter läuft, du kannst auch bei intensivstem denken nie zuende gedacht haben, dieses Schwarze Loch, dieser müllschlucker findet immer wieder etwas nochnichtdagewesenes was durchknobelt werden muss und gar nichts hilft weil du wenn du darüber nachdenkst merkst das mensch sich über alles gedanken machen kann, wo ein wille ist ist auch ein hintergedanke und wenn kein wille mehr da ist geht der gedanke daran nicht verloren... aber sonst ist alles noch in ordnung, ich kann noch klar denken so ist es ja auch wieder nicht, keine sorge... diese Jacken mit den vielen schnallen sind gar nicht so hässlich...




Das Wort

Und das Wort fliegt
quer durch den Raum,
von mir zu dir
und an dir vorbei
und noch etwas weiter,
vom eigenen Klang beflügelt,
dem offenen Fenster entgegen,
getragen von dieser leichten
ihm eigenen Melodie,
verweilt am Fensterbrett
und schon ist es fort.
Fort ist das Wort,
das hättest du aber vorher wissen müssen,
das es fliegen kann dieses Wort,
schweben, dahintanzen,
Energie schöpfen im eigenen Klang
und fort ist es.
Fort ist es nun,
quer durch den Raum,
von mir zu dir
und an dir vorbei
und noch etwas weiter.
Schade ist es um das Wort?
Nein! Schade wär's um es gewesen,
wenn es nicht an dir vorbei gesegelt wäre,
wenn es für dich halt gemacht hätte,
aus der Schwebe
auf dich herabgefallen wäre.
Es hätte die Flügel verloren.
Dieses flatterhafte Wort.
Nun ist es fort, das Wort.
Zum Fenster hinaus,
an dir vorbei um haaresbreite,
vorbei, zum Fenster hinaus,
dem nächsten Stern entgegen.
Fort ist das Wort,
das hättest du aber vorher wissen müssen,
das es fliegen kann dieses Wort

(Fr/Sa 21/22 Juni 2002)




Was ich einmal werden will
Was ich einmal werden könnte

"Ohne Matura geht gar nix!", sagt mein Vater, "Wenn Berufsschule, dann nur mit Matura!"
"Mit Matura geht gar nix!", sagt die Bio-Professorin, "Wenn du nicht weißt was danach tun, dann stehst du doof da!"
Also Berufsschule mit Matura? Oder Matura und studieren? Oder Berufsschule ohne Matura? Oder durchfallen und Sandlerin werden??
Was will ich eigentlich machen?
Mein Vater sagt "Bloß nicht im Sozialbereich - Das is Familienkrankheit! Ich soll's ihm nicht nachmachen - Viel Arbeit - Wenig Geld!"
Meine beste Freundin sagt "Sozialberuf! Da kann ich mir dich gut vorstellen. Oder Talkshowmoderatorin, oder Nonne."
Talkshowmoderatorin kann ich mir weniger vorstellen als Lotto-Gewinnerin. Mit Nonne hät ich kein Problem, wenn da net des kleine Problem mit Gott wär, ich glaub nämlich net an ihn!
Die Freundin von meinem Vater meint "Germanistik könntest du studieren, du willst doch schreiben."
Da haben wir mal über Matura - über das Für und Wider geredet - Und sie hat auch gemeint "Matura - da hast du erst mal gar nix! Wenn du nicht weiter büffelst bis du dreißig bist." - "Stimmt nicht!", hat mein Vater gesagt - "Da gibt's ja auch kürzere Sachen die du machst und dann hast du was." - "Ja aber das macht sie doch nicht!", hat die Freundin von meinem Vater gemeint - Das mach ich also nicht. - "Stimmt doch?", hat sie mich gefragt - "Wenn ich dich richtig einschätze dann machst du was vertiefend, und machst nicht schnell ne Ausbildung zur Sekretärin!" - "Weiß nicht.", hab ich verzweifelt geantwortet - "Ich kann mich nicht einschätzen. Sekretärin will ich nicht werden." - Soviel ist klar!
Ich befürchte wenn man's so rum angeht, Berufe aussortieren die absolut nicht passen. Dann sitzt mal lang. Soweit hab ich mir das überlegt, dann hab ich Kopfschmerzen gekriegt und das mit der Zielsetzung noch etwas aufgeschoben.
Doch dann ist da noch die Schule und das mit der Allgemeinbildung. Ich weiß nicht genau wie man das Wort Allgemeinbildung definiert, erst dacht ich Allgemeinbildung ist das was man sowieso abbekommt, da gibt es kein ausweichen, das musst du drauf haben. Dann hat mir eine Professorin aber erklärt dass das doch nicht so ist - also eigentlich war das nicht nur die, mir sagen ständig alle das ich mit Allgemeinbildung nichts am Hut habe - aber die hat mir gesagt - "Schule wechseln! Das hilft. Jetzt bist du in der fünften, deine Bionoten sind mies, wechsle die Schule!" - Das klang ein bisschen so als wollt sie mich loswerden, aber in Wirklichkeit hat sie sich nur sorgen gemacht sie ist nämlich eine von den LehrerInnen die sich BerufsberaterInnen nennen.
"Was willst du denn nach der Matura machen, was stellst du dir vor?" - Na wenn das nicht Berufsberatung ist - "Weiß ich nicht.", hab ich geantwortet, also eigentlich hab ich nur mit den Schultern gezuckt, reden ist nämlich nicht so ganz meins - dabei befürcht ich das is auch "Allgemeinbildung"
"Oje!", hat sie gesagt, also eigentlich hat sie auch nix "Gesagt", aber mit "Nicht-reden" kann ich schon etwas mehr anfangen. Und der Blick mit dem sie mir den Schulführer überreicht hat der war ein ganz lautes und jämmerliches "Oje!"
Und dann hat sie halt gemeint Berufsschule ist besser für wen wie mich. An der Schule wird nämlich was gefordert in der Oberstufe, da müsst ich anfangen zu lernen.
Das hat mich noch mehr in Verwirrung gesetzt und mich dran erinnert dass ich nicht alle Entscheidungen den anderen überlassen kann, weil es mich dann demnächst in alle Richtungen zerreißt. Außerdem hat es mich in Verwirrung gesetzt weil ich bisher angenommen hatte es würde schon an der Unterstufe was gefordert und dass an Berufsschulen nix gefordert wird war mir bis dahin auch unklar, doch es war ein klares Plus für die Berufsschulen und bereitete mir noch mehr Kopfschmerzen.
Und dann war ich mit meiner besten Freundin am Tag der offenen Tür von einer Kindergärtnerinnenschule, das war eine dieser "Kompromissschulen"=> Berufsschule + Matura. Aber ich hatte mir ja vorgenommen nicht mehr anderen meine Entscheidungen zu überlassen und wenn meine beste Freundin nicht daher gegangen wär und wenn ein Tag der offenen Tür nicht einen Schulfreien Tag bedeutet hätte dann hätte ich mich glaub ich gar nicht dorthin verirrt.
Denn Sozialberuf schön und gut aber ein Leben lang Rotznasen reinigen mag ich eigentlich nicht beruflich.
Und weil meine beste Freundin dann nicht dorthin gegangen ist, weil sie nämlich beschlossen hat - Matura - studieren - Kinderpsychologin werden - keine Rotznasen reinigen - feststellen welches Trauma das Rinnen verursacht. Deshalb bin ich auch nirgends hingegangen, dachte mir ich bleib einfach mal wo ich bin und verschieb die Kopfschmerzen wieder ein bisschen.
Aber es bleibt einem halt nix erspart, einen weiteren Aufruf braucht ich nicht, diesmal kamen die Kopfschmerzen ganz von alleine wieder - Was tun?
Sozialberuf - Ja!
eintöniges Nasenputzen - Nein!
Schreiben auch ja
Aber Germanistik studieren - Nein - Das begründet sich damit das ich gar nicht weiß was man da macht! Außerdem kommt schreiben für mich nur Nebenberuflich und aus Spaß in Frage, studieren will ich dazu nicht, das macht nur noch mehr Chaos - schreiben kann ich schon und wenn man etwas wirklich lernen will bringt das meist nur noch mehr Enttäuschung, weil einem bewusst wird das man's gar nicht kann. Das ist wie wenn man sein Zimmer richtig aufräumen will und dazu erst mal alles aus den Regalen reißen muss - Zuviel Arbeit ich hab getarnte Unordnung lieber.
Bleiben tut also - wie ich's auch dreh und wende - Sozialberuf, is ja an sich nichts schlechtes, mein Vater kann da gar nichts sagen, hat unendlich lang Japanisch studiert, war dann Tischler und was weiß ich alles wurde Kindergärtner und arbeitete sich langsam rauf zum Jugendzentrumsleiter - Interessante Laufbahn, aber von Zielsetzung seh ich da nichts durchschimmern!
Aber über andere herziehen hilft auch nix, bringt mich einem Ziel keinen Deut näher - Sozialberuf schön und gut - Fragt sich nur was, da gibt's ziemlich viel - Und mit wegstreichen von "Eintönigkeit" und so was komm ich da auch nicht viel weiter.
Ich gestehe, da war was, was das mir ins Auge stach - Familienhelferin - "Familienhelferin?", hat mein Vater wenig begeistert gefragt - "Bist du doch schon." - Das fand ich irgendwie fies, außerdem werd ich daheim nicht dafür bezahlt, außerdem ist das eigentlich eh was was für Familienhelferin spricht und schließlich ist das doch das erste was mir niemand vorgeschlagen hat, da bin ich allein drauf gekommen - Also warum nicht?
Nun steht in dem Schulführer von der Bioprofessorin aber "Fachschule für Familienhilfe - Vollendetes 17. Lebensjahr" - Also doch erst Matura?!
Aber das mit der Allgemeinbildung bleibt ja doch und das mit der Oberstufe wo plötzlich was gefordert wird und das mit der Matura und das mit den Kopfschmerzen irgendwie auch, denn Entscheidungen hab ich ja bis jetzt doch nicht wirklich welche getroffen und an einer Schule bleiben nur weil mir nix anderes einfällt ist nicht g´scheit und deshalb hab ich weitergeblättert in dem hübschen Schulführer - lila ist der und viele, viele Seiten hat der - dreijährige Berufsschule für Sozialberufe - war alles was ich gefunden hab - keine Matura und danach stehst du mit nix da - ich glaub das machst du wirklich nur wenn die Bioprofessorin dir Vorschläge mit Hand und Fuß gibt, sprich sie lässt dich durchfallen, durchgefallen bin ich ja noch nicht und schaden kann Matura auch nicht und soviel Kopfschmerzen ich mir auch mache - was besseres mag mir jetzt halt nicht einfallen - also Matura - danach kann ich ja weitersehen.
Weil aber so viel Nachdenken und die darausfolgenden Kopfschmerzen sich nicht so mir nichts dir nichts wieder aufschieben lassen, musst ich das ganze Chaos doch einmal ausleeren und alles vor mir auf einem Blatt ausbreiten, um es dann geordnet wieder zurück zu stopfen und mich später damit zu befassen. Damit bin ich jetzt also fertig.
Enttäuschende Sache. Soviel Kopfweh wegen 2 Seiten ...

(Hab vorm schreiben Wolf Haas gelesen ;-) )




... Heute steht Bildung auf dem Programm ... Allgemeinbildung, Einbildung, Satzbildung und was sich mit diesem Wort sonst noch bilden lässt ...


Meine verehrten Menschen ... Menschen, Damen, Herren, Tiere und Schüler ...
Meine verehrten Schüler und Schülerinnen ...
Nur heute und nur für Sie auf dem Programm: Bildung! Ja! Sie haben richtig gehört: Bildung!
Treten Sie näher, treten Sie ein! Ja Einbildung ist auch Bildung ...

Also, also, ich bitte um völlige Stille ... Begrüßen Sie hier: "Schüler Numero 1" ... beachten Sie vor allem die eingedrehten Füße und den gekrümmten Rücken, gesponsert by "Schultasche" ... werfen Sie auch einen Blick auf das Brillengestell und nicht zuletzt bestaunen sie die Kopfform, dieses Prachtexemplar: zum Bersten gefüllt mit Leere ... mit Lehre ... mit Luftkissen!

Horchen Sie nun ... was uns unser "Schüler Numero 1" zu sagen hat ... Na wie herzig! Das Einmaleins! Ja ja! Nur die Ruhe ... Natürlich! Zugabe! Nur hier und exklusiv: "Schüler Numero2" der uns neben seiner, durch Physik verursachten, weißen Haarsträhne, heute seine Sonderversion des ABC's vorstellen wird ... Applaus! Applaus ...

Nein, nein! Das war noch nicht alles ... bleiben Sie sitzen, lehnen Sie sich zurück, machen Sie es sich gemütlich, das war erst der Anfang, das beste kommt noch, das Beste lernt noch ...

Ja, heute ... Heute Abend, nur heute ... heute auf der Bühne, für Sie! Für alle die es sehen möchten, für alle die etwas dazulernen wollen ... Heute steht Bildung auf dem Programm ... Allgemeinbildung, Einbildung, Satzbildung und was sich mit diesem Wort sonst noch bilden lässt ...

Sehen sie nun "Streber Nummer 44" als ersten, die andern sind wegen Schnupfen daheim am Schreibtisch geblieben ... beachten Sie auch hier Körperhaltung und Schleichtechnik, bewundern Sie die gehetzte Drehung die er uns bietet und entschuldigen Sie seinen schnellen Abgang, er hat noch Hausaufgaben ...

Nun, nun, nicht so schlapp! Wir verstehen schon! Eine Pause ... 5 Minuten! Beim läuten bitte wieder zuhören, bleiben Sie ruhig sitzen, wir präsentieren, zur Ablenkung, eine Bildungsfreie Werbepause, genießen Sie mit Uns was das Leben noch zu bieten hat ... ein kurzer Einblick in die Welt der Schuluniformen, ein Schwenk zu alternativen Lehrmethoden; eine Einführung in die Waffentechnik und ein Pausenspezial: "Selbstmord als letzter Ausweg" ... zücken Sie die Stifte, schreiben Sie mit, nützen Sie die Zeit nützlich, es sind mit dem Piepton 5 Minuten der Entspannung ... dann haben Sie das Vergnügen sich mit der Bildung und ihrem geschichtlichen Aspekt zu beschäftigen ...




Die Welt dreht sich

Die Welt ist schön,
die Sonne scheint,
die Vögel zwitschern,
...

Mit einem Quietschen meldet die Kassette ihr kommendes Ende.
Und plötzlich herrscht völlige Stille im Raum.
Von draußen dringen gedämpft die Geräusche des Verkehrs herein und dunkle Wolken verdecken die Sonne ...
Ich drehe die Kassette um und drücke auf Play, ziehe die Decke fester um mich und schließe die Augen wieder ...

Die Welt ist schön,
die Sonne scheint,
die Vögel zwitschern,
...

und langsam dreht sich die Welt ihrem Ende zu ...




Zeittropfen

Sekunden strömen
Stunden fließen
Tage verrinnen
Immer dasselbe,
schreckliche Eintönigkeit.
Keine Sekunde gleicht der anderen identisch.
Keine Stunde ist genau wie die vorherige.
Aber die Tage - zerfließen - zu einem,
einem nicht enden wollenden,
einem nicht enden wollenden Augenblick.
Schule - Stunde für Stunde - der Heimweg - immer derselbe - das Wetter - nach Jahreszeit - Frühling, Sommer, Herbst und Winter - immer dasselbe - tropfender regen - prasselnder Regen - Wenn ich den Blick fixiere braucht der Tropfen Stunden bis zum Aufprall, wenn ich wegsehe ist es kein Spektakel - ich versäume nichts - es würde ja doch nur etwas passieren wenn ich hin schaue. Nachhause - Die Treppen, eine Wendel- ein Kreis - Stiege für Stiege, ich zähle - gestern waren es weniger und doch fließen sie immer schneller an mir vorbei, vergeht der Tag trotz gähnender Langweile immer rasender. Daheim - ich schreibe eine Liste.

Ich streiche, ringle ein - setze Prioritäten - und tue dann doch nichts, weiche vom Plan ab - doch folge einem höheren, ich erfülle die Aufgaben nicht, aber tu ich das nicht morgen wieder, sowie ich es gestern tat, ist es nicht geplant?! Ich zerknülle den Zettel, werfe ihn weg, gehe Schlafen, stehe auf, schreibe eine Liste, werfe sie weg... Verschwendung des Papiers, Verschwendung von Tagen.
Ich habe einen Stapel Papier!
Wie viele Tage?
Was fällt mehr ins Gewicht?
Das Papier!
Fehlt das Papier jemand anderem, fehlt der Tag jemand anderem
- Ein Tag
- Mein Tag
- Mein Tag ist ein Tag,
ich sehe mich selbst wie mich die anderen sehen
- ich bin wie mich die Anderen sehen
- eine Randfigur in anderer Leute Leben
- laufe mal zufällig im Hintergrund vorbei
- Ziel und Ankunft = Ungewiss
Es gibt keinen Tag der mir gehört
- Ich lebe die Tage anderer mit
- ich lebe gar nicht - Ist das ein Leben?
- ich kann die Tage nicht verschwenden
- Das liegt nicht in meiner Macht.

(Donnerstag, 27, September 2001)




Worum geht es hier

An welchen Schalter muss ich mich wenden?!
Wer hat vor mir zu antworten?!
Muss ich am Ende selber wissen was ich tue?
Was ich tue, was ich tat und was ich vorhabe in Zukunft zu tun?!
Welch trübe Aussichten!
Ich stehe im Dunklen!
Ich stehe im Nichts!
Und muss selbst die Worte mit denen ich mich beschwere selbst erfinden ...
Nehmt es mir ab! Los!
Ich hab mich nie darum gerissen!
Sagt mir was ich will!
Das ist mein Wille!
Lasst mich nur nicht Seiltanzen! Das liegt mir nicht ...
Ich schaukle hin und her!
Kann mich nicht zusammenreißen!
Kann nicht gerade gehen!
Der Grund warum ich nicht falle ist einzig und allein
das ich mich weder für links noch für rechts entscheide
und somit für die "rettende" Mitte!!
Dieses Verdammte Seil!
Von mir aus schneidet es durch ...

11.01.02




Vergangenes das ich nicht fand

Ich hab mich umgedreht in Erwartung hinter mir zu stehen.
Doch da war nichts, ich konnte mich längst nicht mehr sehen.
Ich hielt Ausschau nach Spuren im Sand,
vergangenes was ich nicht fand.
Der Wind scheint sie weggeweht zu haben,
die Vergangenheit samt ihren Narben.
Ich weiß nicht ob mir was abgeht,
es ist ja nun nicht mehr da!
Ich weiß nur das niemand mehr hinter mir steht,
wo einst Ich immer war.




Ausschnitt aus einem inzwischen 23seitigen "Roman" von mir ;-)
Eine Story ohne wirklichem Inhalt oder einer Art rotem Faden, entstanden einzig und allein aus der Idee mal eine Geschichte in der "Du-Form" zu schreiben und aus dem Wunsch heraus eine Person zu kreieren die abgedrehter ist als ich ...
Also:

Das Leben ist, das Leben ist ... ja, so ist es ... das Leben ...Du hast die Weltfindungsnummer etwa genauso satt wie die Selbstfindungsphase und es liegt dir fern am Ende nostalgisch zu verkünden das Selbstfindung und Weltfindung im Grunde dasselbe sind und dass du mit den Ausgrabungen fertig bist, bis ins Erdinnere vorgedrungen bist und mit einer Taschenlampe den entscheidenden Sicherungskasten gefunden hast ... du willst nicht verkünden du hättest den richtigen Schalter umgelegt und die Phase hinter dir gelassen um dich endlich dem Leben zu widmen und deine Kenntnisse an die Bedürftigen weiterzugeben ...
Nein ... so willst du das nicht ... du willst eine Klare Antwort auf alle Fragen, statt eine Frage mit unendlich vielen passenden Antworten zum Preis von einer ... du zahlst gerne alles für eins, wenn die Werbeeinblendungen nur endlich aufhören ... du hättest gern einen kleinen Einblick in die Quantenphysik und einen Kursus in Theologie ... dann würdest du gern einen Kübel Wasser über einen brennenden Dornbusch schütten und dem hören Wesen sei es nun Gott oder Göttin oder schon wieder zwei zum Preis von einem oder drei zum Preis von zweien oder 3xy² ... na was auch immer du würdest der Variablen Gott gerne sagen dass er entweder irgendwas falsch zubereitet hat, oder unweigerlich zur Selbstzerstörung neigt ...und dann ... dann würdest du die Suche beenden und dich zur Ruhe setzen ... Ruhephase ... und wie das mit den zur Ruhe gesetzten so ist würdest du dich vielleicht der Philosophie zuwenden, du hattest viel zuwenig davon in deinem Leben ...